Unterstützung aus der Luft: Drohnenbefliegung zur Felsinspektion

Mitte Oktober inspizierte ein Teil unseres Fels-Sachverständigenteams in einer zweitägigen Feldkampagne eine Reihe von exponierten Felsmassiven im Altmühltal. Im Vordergrund der Untersuchung stand die Beurteilung der Gefährdung von Wohnhäusern und Infrastruktur durch Blockschlag. Als potenzielle Quelle für Blockschlagereignisse kamen nicht nur die Steilwände der bis zu 30 m hohen Felsmassive in Frage, sondern auch Blöcke, die instabil im Hang lagerten.

Im ersten Schritt wurde der Hang sukzessive durchkämmt. Dabei wurden Blöcke auf ihre Lagestabilität hin geprüft und gegebenenfalls dokumentiert und mit dem GPS-Gerät eingemessen. Darüber hinaus wurden vom Wandfuß aus die Felsmassive begutachtet und die Lage von augenscheinlich kritisch-instabilen Felsobjekten für eine spätere Detailaufnahme dokumentiert.

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Instabiler Felsblock im Steilhang unterhalb der Felsmassive
 
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Inspektion der Felsmassive aus Drohnenperspektive

Im zweiten Schritt wurden die Felsmassive systematisch per Drohne abgeflogen, um auch Bereiche in Augenschein nehmen zu können, die vom Boden und Felstop aus nicht einsehbar waren. Während Drohenpilot Simon Landgraf die Drohne um die einzelnen Felstürme und entlang der Steilwände manövrierte, dokumentierte Projektleiterin Simone Pflaum am Tablet kritische Felsobjekte, die einer Detailaufnahme bedurften, und legte die erforderlichen Seilstrecken für eine Begutachtung mittels Seilzugangstechnik (SZT) fest. Über Funk und visuellen Kontakt per Drohne wurde zeitgleich eine Kollegin am Felstop zu den einzelnen Seilstrecken gelotst, sodass die exakten Einstiegspunkte für die spätere Seilbegehung markiert werden konnten.

 

Im dritten Schritt folgte die Detailaufnahme von ausgewählten Einzelobjekten aus dem Seil heraus. Dabei wurden Daten wie z. B. die Maße und Gesteinsqualität des Objekts dokumentiert und die Absturzwahrscheinlichkeit und potenzielle Energie beurteilt. Für Felsobjekte mit Handlungsbedarf wurden erste Maßnahmen konzipiert, die bei der späteren Datenauswertung konkretisiert werden. Zeitgleich führte der andere Teil des Teams unter Sperrung des Wanderwegs die Umlagerung bzw. Beräumung von Felsblöcken im Steilhang unterhalb der Massive und am Wandfuß durch.

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Aufnahme ausgewählter Einzelobjekte mittels Seilzugangstechnik
 
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Gesamte Felsformation von oben
Insgesamt hat sich der Einsatz der Drohne erneut als äußerst wertvolles Tool erwiesen, um komplexe Felsformationen effizient zu erkunden und die Detailaufnahmen durch Sachverständige mittels SZT effektiv einzusetzen.
 

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