Das Bild zeigt ein grafisches Unternehmenslogo in Blau- und Grüntönen mit einer stilisierten Wellenform. Rechts daneben befinden sich die drei Großbuchstaben LGA, gefolgt von eine kreisförmigen grafischen Fläche als Gestaltungselement.
LGA Unter­nehmen Aktuelles Drohnenflug im Bierkeller – Begutachtung und Vermessung diesmal teilweise remote

Drohnenflug im Bierkeller – Begutachtung und Vermessung diesmal teilweise remote

Eine kugelförmig geschützte Drohne liegt auf einem rauen Betonboden in einem Keller. Die Drohne besitzt vier Propeller und ist für den Einsatz in engen oder industriellen Innenräumen konzipiert. Im Hintergrund stehen orangefarbene Getränkekisten und weitere Gegenstände.

Eigentlich sollten die Bierkeller des oberfränkischen Stollensystems nach dem bewährten Verfahren untersucht werden: eine ingenieurgeologische Begutachtung der Felsqualität zusammen mit einer Detailvermessung der Stollen und der Geländeoberfläche zwecks Bestimmung der Deckung. Werden die Daten verschnitten, lässt sich die Standsicherheit der Stollen fundiert beurteilen. Was aber tun, wenn die Stollen aus Sicherheitsgründen gar nicht erst begehbar sind?

Das Bild zeigt einen unterirdischen Gang mit grob behauenen Felswänden und einer unebenen Decke, in der ein großer Riss sichtbar ist. Mehrere Kabel hängen lose von der Decke, und am Boden liegen zahlreiche Gesteinsbrocken. Die Szene ist mit künstlichem Licht ausgeleuchtet, wodurch die Struktur des brüchigen Gesteins deutlich erkennbar ist.
Ein sogenannter „Sargdeckel“, der sich entlang von Klüften plötzlich aus der Firste lösen kann.

Bei der Übersichtsbegehung der rund zwanzig Bierkeller zum Projektstart stellte sich schnell heraus, dass eine Alternative zur herkömmlichen, fußläufigen Begehung hermusste. Projektleiter Joschka Wischer wies in insgesamt sechs Kellern einige Bereiche aus, die weder von den Geologen noch von den Vermessern sicher betreten werden konnten. Tonnenschwere, abgeklüftete Blöcke an der Firste und zahllose bereits abgestürzte Blöcke an der Sohle zeugten von akuter Blocksturzgefahr bzw. rezenter Sturzaktivität. Eine Untersuchung und Vermessung dieser Abteile war fußläufig nicht vertretbar, jedoch gerade im Hinblick auf die Standsicherheitsbeurteilung relevant. In anderen Abteilen wurden zudem so viele sperrige Dinge gelagert, dass eine Begehung stark erschwert wurde und sehr zeitaufwändig gewesen wäre.

Das Bild zeigt einen unterirdischen Bereich mit grob behauenen Felswänden und einer teilweise gemauerten Wand aus roten Ziegeln. In der Mitte liegt ein großer, abgestürzter Felsblock, umgeben von kleineren Steinen und Geröll. Die Szene ist mit künstlichem Licht ausgeleuchtet, wodurch die Struktur und Bruchkanten des Gesteins deutlich sichtbar sind.
Abgestürzter Felsblock auf der Kellersohle mit > 1 m Kantenlänge.

Die Lösung: Befliegung der gefährdeten Abteile mit einer Drohne. Geschützt durch einen Käfig filmte und scannte die Drohne in ein bis zwei Flügen pro Keller die relevanten Abteile. Mit Aufbau, Abbau und Wechsel der Akkus, die etwa 5 Minuten halten, belief sich der Aufwand pro Keller auf rund einer halben Stunde, je nach Größe der gesperrten Bereiche.

Das Bild zeigt eine Person in einer orangefarbenen Arbeitsjacke, die ein Steuergerät mit großem Bildschirm hält. Auf dem Monitor ist ein Livebild eines Felsenkellers von einer Drohnenkamera zu sehen. Im Hintergrund stehen Getränkekisten und Kunststoffboxen in einem schwach beleuchteten Keller.
Sicht des Drohnenpiloten auf die Steuerungseinheit.

Eine besondere Herausforderung stellte der Empfang der Drohne im unterirdischen Stollensystem dar. Dieser wurde über einen kabelgebundenen Transmitter erhöht, der so weit wie möglich in das Stollensystem getragen und teilweise zusätzlich mit Stäben durch Gefahrenstellen hindurch geschoben wurde. Jeder gewonnene Meter lohnt sich, denn der Empfang bricht bei zu staken Kurven der Gänge oder bei zu starker Verzweigung der Stollen ab.

Das Bild zeigt einen schmalen, unterirdischen Gang mit grob behauenen Felswänden und unebenem Boden. Im Vordergrund steht eine Person in orangefarbener Schutzkleidung und Helm, die ein Steuergerät bedient. In der Mitte des Ganges schwebt eine kleine Drohne mit grün leuchtenden Positionslichtern, die für eine Inspektion eingesetzt wird.
Die Drohne, erkennbar am grünen Licht, erkundet nicht begehbare Abteile.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Hochaufgelöste Punktwolken, die die Geometrie des Stollens abbilden und sogar Trennflächen erkennen lassen, sowie mehrere Stunden Videomaterial, aus dem die unzugänglichen Kellerbereiche kartiert werden können. Das Pilotprojekt „Drohnenbefliegung im Bierkeller“ kann als Erfolg verbucht werden.

Zurück zur Übersicht

Finden Sie Informationen zu unseren Dienstleistungen, Projektreferenzen, Standorten, Stellenanzeigen oder aktuellen Artikeln in unserer Volltextsuche.